Abschiedslied

So wie der letzte Abend naht
erscheint das Ende dieser Fahrt,
wir spielen noch ein letztes Lied
bis unser Herz nach Hause flieht.

Noch einmal woll’n wir den Wind spür’n,
das Feuer bis zum Himmel schür’n.
Die Flammen deuten meinen Sinn,
denn Fernweh weiß, was ich bin.

Trag das Hemd und trag das Halstuch,
mach im Leben diesen Versuch,
unser Kleid wie wir zu tragen,
wirst auch Du dasselbe wagen?

Wirst Du bis zum Letzten gehen,
kannst Du uns vielleicht verstehen.
Bis wir sind endgültig frei
geht uns’re Fahrt niemals vorbei.

Lorn light child

In a haunted domicile, where time stands still,
the interior to see it was my will,
dwelled a wraith in a white scantil chemise,
forgotten amenities past its demise.

While others are loth to visit that venue
nothing imped me to lose my ingenue.
For I was lost in juvenile reverie
I regarded this place as not so eerie.

But from where came that looming whimsical fume,
That lulled me like soft mannequin perfume?

In this house, devoid like the Hammada
the haze began to emerge an armada
of arcane mystery in fluctuation,
the stir commenced an agitation.

Immense wrath enlivened this lorn incensement
of a bandaged psyche in distaff enragement.
I tried the doomed ghost to slacken its reins,
to toss all aggressiveness out of its veins.

Perhaps to meddler it was never exposed,
but all of a sudden it was right composed.

In its arm the femme phantom sheltered a doll,
in this nice adherence it began to loll.
On the bleak brink of the doors of perception,
I asked myself if this was a deception.

But I saw the wan face, white as ivory,
the whole guise was an allure ex clarity,
in the end words of the lips so deathly pale
netted me beyond every earthly scale.

Henceforth I solemnise my heavenly chance
to observe this wonderful mystery dance.

Since then I often visit my Terpsichore,
beloved apparition on the corridor
and with an unclosed promise I end this lore:
maybe I see it again or nevermore.

Gelangen

Alt erstarrt wie die See gleiche ich dem Mann,
der schon Lämmer im leisesten Schweigen sah,
umringt von Fluten auf dem kleinen Eiland
erscheint vor mir eine Frau, seltsam bekannt,
von der ich doch gar nichts gewusst haben kann.

Nach Antwort ring’ ich mit ihr, nach Wissensschar,
was beherbergt dies Zentrum aus Glas und Stahl,
das ich erblick’, doch vor dem ich kann nicht steh’n.
Plötzlich ist er da, jung und gut anzuseh’n.
Sein Antglitz, verdrängend, war so wunderbar.

Doch nur Lachen, als ich zu Reden befahl,
so schüttle ich ihn, versuch’ im Gelächter
Antworten zu finden, doch er sagt sie nicht.
Sie schluckt bei des Toten grausig Angesicht,
das im nächsten Augenblick war derb aschfahl.

Er steht wieder auf, sein Smoking, kein Schlechter,
lässt Wasser aus dem Hals, so läuft er lachend
in die sich nun hoch aufbrausenden Wellen.
Ich wag erst im letzten Moment nachzuschnell’n.
Die Entfernung zur Insel wird gerechter.

Wenn die Menschen Trauer tragen

Wenn die Menschen Trauer tragen,
bleibt das Herbstlaub nicht ohne Tränen,
bleiben die Herzen nicht ohne Sehnen,
wenn sie um den Abschied klagen.

Wenn die Menschen Trauer tragen,
bleibt keine Lippe ohne Schattenspiel,
verlieren sich im Kopf Anfang und Ziel,
denn zurück weilen nur Fragen.

Wenn die Menschen Trauer tragen,
bleiben Sekunden einfach stehen,
wird der Kummer niemals vergehen,
weil man wollt noch etwas sagen.

Weil die Menschen Trauer tragen,
weil das Leben weiter geht,
weil die Welt nicht leblos steht,
darf der Tod uns nie zernagen.

Johann, der Frostprinz

Leicht wie ein Zitronenfalter im Wind
So sanftmütig wie das heilige Kind
Schwebt der Frost über die Hügel im Moor
Und dort am Hang ragt ein Kopf hervor.

Der wackelt, wankt und zittert
Und die Mimik ist verbittert.
Zerfallen wie ein Geisterhaus
Sieht der Frostprinz Johann aus.

Langsam erreicht er einen Ort,
welcher von besond’rer Sort’.
Er schreitet durch die Gassen,
vorbei an bröckelnden Terrassen.

Leergefegt die alte Ruinenstadt,
die er hat sehr schnelle satt.
Sie ist leer und nicht bewohnt,
Besuch hat sich hier nicht gelohnt.

Einst ein Spielplatz der Gefühle
Herrscht nun nur noch die Kühle
Auf den Plätzen und den Wegen,
auf die sich Eiskristalle niederlegen.

Eine schwere Frage furchtbar alt
Ist eingeritzt im grauen Bilderwald,
die das Leben schwer in Frage stellt
und Gott für einen Narren hält.

Johann steht davor und blinzelt,
während leis’ um ihn der Schnee fällt
und ihn zudeckt mit Ratlosigkeit,
woher so schnell auch Weisheit?

Er grummelt kurz und dreht sich um,
diese Rätselei ist ihm zu dumm,
stattdessen geht er genügsam weiter
und das Eis stimmt ihn wieder heiter.

Diese Fragen bereiten ihm kein Weh,
Weiß er doch, das Leben ist eine Odyssee.
Von Fragen wird es nur zugeschnürt,
wenn es nur in eine Richtung führt.

Ode, die das Herz zerfrisst

Weise mir den Weg, Geliebte,
Sehnsucht, du dich in mich schweißt,
langsam mir das Herz zerbeißt,
töte mich mit deinen Fängen!

So steinern wie mein Herze weint,
wünschte ich, es könnt noch lieben
und wäre so in Fried geblieben,
statt ewiglich die Welten zu zerreißen.

Gütig richte mich, du Fieber, nieder,
Lass mich als der Liebe wahres Kind,
Als ein Funkenflug säuselnd im Wind,
genießen der Welten Schönheit Bann.

(Pars II)

Was am Ende nahet mich zu krönen,
wird mich zum einen nun verhöhnen,
als bald mit aller Schmache plagen,
gleich dies ebenso zu Grabe tragen.

Denn wie ein alter Stern muss man
im Schatten dieser Welten dann
langsam wie das Feuer glüh’n,
um mit dem Tode zu verwehen…

Der Weltenseel‘ Gedicht

Kaum mein Schatten brennt in neuem Glanze,
führ ich ihn auf zum Totentanze,
da mir gleich, was der Mensch verspricht,
solang erklingt der Weltenseel’ Gedicht:

„Tanze, mein Kind, mit jedem Schritt,
das Feuer meines Innern geb ich mit!
Dich, mein Kind, mit meinem Wappen,
erwähle ich zu meinem Knappen!

Mein Herz, mein Kind, auch in dir schlägt,
so auch mein Schild sich auf dich legt.
Passier, mein Kind, den Weg an meine Brust
Mit inniglich lodernder Kampfeslust!“