Alles mit Humor nehmen

//Flogging Molly – The sun never shines (on close doors)//

Eine wichtige Zeit ist vorüber. Die Schulzeit. Gut, im Grunde genommen ist sie nicht so wichtig, da ich mit allem neu anfangen muss. Denn bekanntlicherweise lernt man ja für die Schule und nicht für’s Leben. Daher bin ich im Moment so qualifiziert für das Leben wie ein Kartoffelsack. Unter Kannibalen hätten wir sogar die gleiche Überlebenschance.

Eines habe ich aber glücklicherweise doch gelernt: Man sollte alles mit Humor nehmen. Das heißt, über die glücklichen Dinge lachen, weil es schön ist. Über die schlechten Dinge lachen, weil Weinen so anstrengend ist.

//Queen – Bohemian Rhapsody//

Das haben sogar Forscher herausgefunden. Wenn man also meint, man könne sich die Seele frei weinen, stimmt das noch nicht mal. Wozu haben wir dann die beste Freundin, mit der wir uns ausweinen können, während wir wahlweise Schnulzen oder Actionfilme im Fernsehen schauen und nebenbei Tonnen an Schokolade verschlingen? Eigentlich nur, damit es uns noch schlechter geht und wahrscheinlich auch, damit wir die Schokolade nicht ganz allein essen und am Ende noch frustrierter über unsere Figur sind als über das eigentliche Problem.

Wenn ich mir überlege, wie das auch in der Geschichte hätte aussehen können. Napoleon hätte ein großartiger Narr sein können, wäre er einige Jahrhunderte früher geboren. Anstatt nun aber Ralf Schmitz im Mittelalter zu sein, wurde er Herrscher von Frankreich. Bis er – wie der alte Witz immer so schön heißt – auf St. Helena starb. Um seine Truppen nicht zu demotivieren, wenn er verletzt werden würde, trug er rote Strumpfhosen. Zur damaligen Zeit gab es jedoch auch Kanonen und schätzungsweise wäre es sehr auffällig gewesen, wenn er nur noch ein Bein mit Strumphose hätte. Da könnte Napoleon sich nur noch mit seinem ersten Offizier unterhalten und ihm einen guten Witz erzählen, damit dieser motiviert das Regiment fortführt:

//Deine Lakaien – Through the hall//

“Excuses moa, Jean. Könntest du vielleicht mal erüberschnellen?”

„Was gibt es, oh meine Oh-eit?“

„Nun ja, bei mir läuft es gerade nicht so gut.

Hör indes auf mit den Oh-eitengebrabbel, so groß bin ich einfach nicht.“

„Warum läuft es nicht so gut, Eure Majestät?“

„Ich habe nur noch ein Bein, Mann!“

„Oh? Oui! Das sieht man aber gar nicht. Beziehungsweise steht es Ihnen ausgezeichnet.“

„Das sieht man nicht? Das liegt nur an diesen Strumpfosen! Ich wette, es wird immer mehr Kleidungsstücke geben, die Männern vorgaukeln, dass da noch mehr wäre.

Nun aber, Jean, gilt es für dich das Regiment zu übernehmen.“

„Eure Majestät!“

„Ja, den Quatsch kannst du dir jetzt anhören.“

„Aben Sie noch einen letzten Wunsch, Eure Majestät?“

„Bring mir noch eine Flasche von die Bier, die so schön hat geprickelt in meine Bauch, Jean.“

„Majestät? Doch nicht jetzt!“

„Verzeih, das Delirium!“

„Oui. Und euer Wunsch?“

„Sorge dafür, dass es nie wirklich eine Demokratie gibt. Die Demokratie ist mit der Herrschaft der Dummen gleichzusetzen!“

„Aber Eure Majestät! Ich dachte, wir ätten eine Demokratie?“

„So’n Quatsch! Ich abe doch eine eiskalte Diktatur aufgebaut, unter dem Deckmantel der Demokratie. Das Volk wird einfach nicht herrschen.“

„Und das merkt niemand?“

„Oui oui, sowas wird man nicht mal in 200 Jahren merken.

Eher wird eine Frau Regentin!“

„Dann offe isch, wird diese Frau wenigstens übsch ist.“

  • Betretenes Schweigen.

„Nun, Jean. Damit du nicht unmotiviert gehst…“

„…ich bin gar nicht unmotiviert, ich werde Regent und bekomme Kleider, Besitztümer, Reichtum, Freunde…“

„…oui oui, dennoch möchte ich dir noch einen Witz erzählen.“

„Eure Majestät, ich lausche.“

„Und da war da noch der Franzose, dessen Baskenmütze vom Kopf geweht wurde.
Sie landete auf einer Kuhweide.
Der Franzose musste sieben Stück anprobieren, bis er seine wieder fand.“